Buchblogger anschreiben funktioniert, wenn deine Anfrage drei Dinge hat: einen echten Bezug zum Blog oder Account, die Eckdaten deines Buches in vier Sätzen (Genre, Erscheinungstermin, Vergleichstitel, Format) und eine Frage statt eines Anhangs. Verschickt wird das Buch erst nach Zusage, angefragt wird sechs bis acht Wochen vor dem Erscheinen. In diesem Beitrag findest du eine Vorlage zum Kopieren, den Zeitplan, die Wege für Rezensionsexemplare und die sieben Fehler, die am häufigsten zu Absagen führen. Stand: Oktober 2026.

Warum Bloggerinnen so wichtig sind (und so oft falsch angeschrieben werden)
Buchbloggerinnen, Bookstagrammer und BookTokerinnen sind die Menschen, denen Leser:innen vertrauen, bevor sie dir vertrauen. Eine Besprechung auf einem Blog, ein Foto auf Instagram, ein Video auf TikTok erreicht genau die Community, die dein Genre liest. Dazu kommen Rezensionen, die oft auch bei Amazon, Thalia oder LovelyBooks landen.
Das Problem: Die meisten Bloggerinnen bekommen mehr Anfragen, als sie lesen können. Viele davon sind unpersönlich, kommen zu spät, haben das Buch schon im Anhang oder ignorieren, was auf dem Blog steht. Wer anders anfragt, fällt auf.
Zitat Sandy: „Lies die Rezensionsrichtlinien auf dem Blog, bevor du anfragst. Viele schreiben genau hin, was sie lesen und was nicht. Wer das übergeht, hat schon verloren.“
Im Launch-Kompass gehört die Blogger-Arbeit in Phase 4, die Annäherung, etwa acht bis eine Woche vor dem Erscheinen. Den kompletten Zeitplan findest du im Beitrag Buch-Launch planen, den Überblick über alle Phasen im Buchmarketing-Leitfaden.
Schritt 1: Die richtigen Bloggerinnen finden
Zehn passende Kontakte sind mehr wert als hundert zufällige. So findest du sie:
- Hashtags und Suchbegriffe: #bookstagram, #bookstagramgermany, #booktokgermany plus dein Genre („#romantasy“, „#krimiliebe“). Schau, wer regelmäßig Bücher deines Genres zeigt.
- Rezensionen deiner Vergleichstitel: Wer hat die Bücher besprochen, die deinem ähneln? Bei Amazon und LovelyBooks stehen oft Blognamen in den Rezensionen, auf Instagram findest du sie über Markierungen.
- Blogverzeichnisse und Bloggerteams: Es gibt Listen und Teams, die Anfragen bündeln. Konditionen sind individuell; manche vermitteln kostenlos, andere gegen Gebühr.
- Kommentare bei Autorenkolleg:innen deines Genres: Wer dort aktiv mitliest, liest wahrscheinlich auch dein Buch.
Leg eine Liste an: Name, Kanal, Link, Genre-Schwerpunkt, Follower oder Reichweite (grob), Rezensionsrichtlinien gelesen (ja/nein), bevorzugtes Format, Anfrage-Datum, Antwort, Buch verschickt, Rezension erschienen, Dank geschickt. Das ist dein ARC-Tracker, der dich durch mehrere Bücher begleitet.
Schritt 2: Vorher lesen, was auf dem Blog steht
Fast jeder Buchblog hat eine Seite „Rezensionsexemplare“ oder „Über mich“. Dort steht: welche Genres gelesen werden (und welche nicht), ob Selfpublishing angenommen wird, ob E-Books oder nur gedruckte Bücher gewünscht sind, wie lange die Wartezeit ist, ob gerade ein Anfragestopp gilt. Wer das liest, spart sich die Hälfte der Absagen. Auf Instagram steht das oft in der Bio oder in einem Highlight.
Schritt 3: Die Anfrage schreiben (Vorlage)
Eine Anfrage ist kurz, persönlich und stellt eine Frage. Keine Pressemitteilung, kein Klappentext in voller Länge, kein Anhang.
Vorlage zum Anpassen:
Betreff: Rezensionsexemplar „[Titel]“ (Wohlfühlroman, erscheint 14. März)
Liebe [Vorname],
deine Besprechung von „[Vergleichstitel]“ hat mich neugierig gemacht, weil du genau das beschrieben hast, was ich an Inselromanen liebe: [ein konkreter Satz, der zeigt, dass du gelesen hast].
Deshalb frage ich dich: Mein Roman „[Titel]“ erscheint am 14. März. Ein Wohlfühlroman über eine zweite Chance auf Pellworm, für Fans von [Vergleichstitel 1] und [Vergleichstitel 2]. [Ein Satz mit dem Hook des Klappentextes.]
Wenn das zu deinem Blog passt, schicke ich dir gern ein Rezensionsexemplar als E-Book (EPUB oder Kindle) oder als Taschenbuch. Eine ehrliche Besprechung wäre mir eine Freude, egal wie sie ausfällt. Und wenn es gerade nicht passt, ist das völlig in Ordnung.
Leseprobe und Cover findest du hier: [Link zur Buchseite oder zum Presse-Kit].
Herzliche Grüße
[Name, Website, Instagram]
Was diese Anfrage richtig macht: Betreff mit Genre und Termin, ein echter Bezug in den ersten zwei Zeilen, Eckdaten in vier Sätzen, Vergleichstitel als Orientierung, Formatwahl, keine Erwartung an Sterne, ein Ausstieg ohne Gesichtsverlust, Link statt Anhang.
Länge: Unter 150 Wörter. Bloggerinnen entscheiden in zwanzig Sekunden, ob sie weiterlesen.
Auf Instagram: Per Direktnachricht noch kürzer, drei bis vier Sätze, mit der Frage, ob du Details per Mail schicken darfst.

Schritt 4: Das richtige Timing
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Tag minus 56 bis 42 | Anfragen verschicken. Bloggerinnen brauchen Zeit zum Lesen, und Besprechungen sollen in der Erscheinungswoche erscheinen |
| Tag minus 42 bis 35 | Nach Zusage: Exemplar verschicken, Erscheinungstermin und gewünschten Zeitraum nennen, Grafiken anbieten |
| Tag minus 7 | Freundliche Erinnerung an den Termin, mit Link zur Vorbestellung oder Buchseite |
| Tag 0 bis 7 | Besprechungen erscheinen, du teilst sie mit Erlaubnis und Quelle und bedankst dich persönlich |
| Tag 14 | Einmalige, freundliche Nachfrage bei denen, die noch nicht besprochen haben. Danach Ruhe |
Für Bloggerteam-Aktionen gilt: Plane sie so, dass Beiträge in der Erscheinungswoche gebündelt erscheinen. Das erzeugt den Eindruck, dass „gerade alle über dieses Buch reden“, und das ist genau der Effekt, den du willst.
Monatsmagazine und Zeitschriften planen zwei bis drei Monate voraus, Tageszeitungen ein bis zwei Wochen. Wenn du Presse mit anfragst, staffle die Termine.
Kostenloses Praxisbuch mit Blogger-Anfrage-Vorlage und ARC-Tracker
Die Vorlage aus diesem Beitrag, der ARC-Tracker und die Presse-Kit-Checkliste als Arbeitsblätter, eingebettet in sieben Phasen: Hol dir das kostenlose Praxisbuch „Buchmarketing Magie: In 7 Phasen zu deinen Leser:innen“ von Janet Zentel und Sandy Mercier.
Schritt 5: Rezensionsexemplare verschicken
Gedruckt oder digital? Gedruckte Exemplare werden auf Bookstagram fotografiert und wirken persönlicher, kosten aber Druck und Versand. Digitale sind günstig und schnell. Viele Autor:innen kombinieren: gedruckt für ausgewählte Bloggerinnen mit Reichweite, digital für alle anderen.
Die Wege:
| Weg | Gut für | Zu beachten |
|---|---|---|
| Direkt per Mail (EPUB, PDF) oder Post | Persönliche Kontakte, kleine Zahl | Dateien können weitergegeben werden; Versandkosten |
| BookFunnel | Sichere Auslieferung auf alle Geräte, Download-Seite für ARCs | Jahrestarif, englische Oberfläche, für Empfänger:innen einfach |
| NetGalley | Professionelle Rezensent:innen, Buchhändler:innen, Bibliothekar:innen; deutschsprachige Seite seit 2016 | Kosten für Selfpublisher:innen prüfen, Feedback kann kritisch sein |
| LovelyBooks Verlosung | Lesecommunity, Leserunden | Autor*innenprogramm kostenlos, Verlosungen brauchen einen Credit (über Verlag, Dienstleister oder Mediapaket) |
| Bloggerteam | Gebündelte Beiträge in einer Woche | Konditionen individuell |
Wichtig bei KDP Select: Die Exklusivität von KDP Select betrifft jede digitale Verbreitung außerhalb von Amazon, auch deine Website. Digitale Rezensionsexemplare während einer laufenden Select-Periode sind heikel. Lösungen: Rezensionsphase vor der Einschreibung abschließen, gedruckte Exemplare verschicken oder nur Leseproben verteilen. Lies die aktuellen Bedingungen.
Beilegen: Eine kurze persönliche Karte, ein Lesezeichen, der Erscheinungstermin, dein Kontakt, der Hinweis auf die Grafiken im Presse-Kit. Keine Vorgaben zur Bewertung.
Schritt 6: Regeln, die du kennen solltest
Orientierung, keine Rechtsberatung, Stand Oktober 2026:
- Keine Gegenleistung außer dem Exemplar. Laut KDP-Hilfe darfst du kostenlose oder reduzierte Exemplare anbieten, aber keine Rezension verlangen, keinen Einfluss nehmen und keine andere Gegenleistung bieten. Gutscheine machen Amazon-Rezensionen ungültig.
- Kennzeichnung durch die Bloggerin. Der Hinweis „Rezensionsexemplar“ oder „Werbung“ in Beitrag oder Rezension schafft Transparenz. Bei Kooperationen, in denen Bloggerinnen mehr als ein Buch bekommen oder bezahlt werden, kann eine Werbekennzeichnung nötig sein. Das regeln Bloggerinnen meist selbst, sprich es bei einer Kooperation offen an.
- Keine Pflicht zur positiven Besprechung. Eine kritische Rezension ist kein Vertragsbruch. Antworte nicht öffentlich darauf.
- Zitate aus Rezensionen nur mit Erlaubnis und Quelle auf Buchrückseite, Website oder in Werbung.
- Datenschutz: Adressen von Bloggerinnen nur für den Versand nutzen, nicht in deinen Newsletter aufnehmen, es sei denn, sie melden sich selbst an.
Wie du Rezensionen auch jenseits von Blogger:innen fair einholst, mit Launch-Team und Buchende, steht im Beitrag Rezensionen für dein Buch bekommen.
Schritt 7: Nach der Besprechung
Bedanke dich persönlich, auch bei einer kritischen Besprechung. Teile den Beitrag mit Erlaubnis, nenne die Bloggerin und verlinke sie. Mach aus mehreren Stimmen ein eigenes Karussell („Was Bloggerinnen über Kapitel 7 sagen“) mit deinem Kommentar, denn reine Reposts bekommen auf Instagram seit 2026 weniger Reichweite. Trag alles in den ARC-Tracker ein. Beim nächsten Buch weißt du, wer zuverlässig war, und diese Menschen fragst du zuerst.
Zitat Janet: „Eine Bloggerin, die dein erstes Buch besprochen hat und sich wertgeschätzt fühlt, bespricht auch dein fünftes. Blogger-Arbeit ist Beziehungsarbeit über Jahre.“

Die 7 Fehler, die Absagen bringen
- „Sehr geehrte Damen und Herren.“ Keine Anrede mit Namen, kein Bezug zum Blog. Das Signal: Massenmail.
- Das Buch hängt schon an. Ein ungefragtes PDF wirkt übergriffig und landet im Spam. Erst fragen, dann schicken.
- Der ganze Klappentext plus Vita plus Pressemitteilung. Zu lang. Vier Sätze und ein Link reichen.
- Falsches Genre. Thriller an einen Romance-Blog, Sachbuch an Bookstagram für Jugendbücher. Rezensionsrichtlinien lesen.
- Zu spät. Anfragen in der Erscheinungswoche kommen Wochen zu spät. Tag minus 56 bis 42.
- Erwartungen an Sterne oder Timing. „Ich würde mich über fünf Sterne bis Freitag freuen“ ist ein Grund, nicht zu antworten, und bei Amazon ein Regelverstoß.
- Kein Dank, keine Pflege. Wer nach der Besprechung verschwindet, bekommt beim nächsten Buch keine Antwort.
Bei Verlag
Verlage haben Presse- und Bloggerverteiler und verschicken Rezensionsexemplare selbst. Frag deine Ansprechperson: Wie viele Exemplare sind für Bloggerinnen eingeplant, darfst du eigene Kontakte ergänzen, bekommst du eine Liste, wer schon angeschrieben wurde? So vermeidet ihr Doppelanfragen. Deine persönlichen Kontakte aus der Community sind für den Verlag wertvoll, nenn sie ihm.
Mini-Checkliste: Buchblogger anschreiben
- Zehn passende Bloggerinnen gefunden (Genre, Reichweite, Selfpublishing-freundlich)
- Rezensionsrichtlinien jedes Blogs gelesen
- ARC-Tracker angelegt
- Anfrage unter 150 Wörtern mit Bezug, Eckdaten, Vergleichstiteln, Frage und Link
- Anfragen Tag minus 56 bis 42 verschickt
- Exemplare erst nach Zusage, mit Karte und Erscheinungstermin
- KDP-Select-Frage für digitale Exemplare geklärt
- Keine Gegenleistung, keine Vorgabe, Kennzeichnung angesprochen
- Erinnerung Tag minus 7, Nachfrage Tag 14, dann Ruhe
- Dank, Teilen mit Erlaubnis, Eintrag im Tracker
Häufige Fragen zum Buchblogger anschreiben
Wie finde ich Buchblogger für mein Genre?
Über Hashtags wie #bookstagramgermany oder #booktokgermany plus Genre-Begriff, über Rezensionen deiner Vergleichstitel (Blognamen stehen oft dabei), über Blogverzeichnisse und Bloggerteams sowie über die Kommentare bei Autorenkolleg:innen deines Genres. Zehn passende Kontakte sind mehr wert als hundert zufällige.
Wann sollte ich Buchblogger anschreiben?
Sechs bis acht Wochen vor dem Erscheinen (Tag minus 56 bis 42), damit Zeit zum Lesen bleibt und Besprechungen in der Erscheinungswoche erscheinen können. Zeitschriften planen zwei bis drei Monate voraus, Tageszeitungen ein bis zwei Wochen.
Soll ich das Buch gleich mitschicken?
Nein. Frag zuerst, ob Interesse besteht, und schick einen Link zu Leseprobe oder Presse-Kit. Das Exemplar geht erst nach Zusage raus, im gewünschten Format. Ungefragte Anhänge wirken übergriffig und landen oft im Spam.
Darf ich Bloggern etwas für die Rezension anbieten?
Nur das kostenlose Exemplar. Laut KDP-Hilfe darfst du keine Rezension verlangen, keinen Einfluss nehmen und keine andere Gegenleistung wie Gutscheine bieten, sonst wird die Amazon-Rezension entfernt. Bezahlte Kooperationen sind etwas anderes und müssen als Werbung gekennzeichnet werden.
Was mache ich, wenn eine Bloggerin nicht antwortet?
Einmal freundlich nachfragen, etwa zwei Wochen nach dem Erscheinen, mit dem Hinweis, dass auch ein Nein in Ordnung ist. Danach lässt du los und notierst es im ARC-Tracker. Bloggerinnen lesen in ihrer Freizeit, Schweigen ist keine Unhöflichkeit.
Kann ich Rezensionsexemplare verschicken, wenn mein E-Book in KDP Select ist?
Vorsichtig. Die Select-Exklusivität betrifft jede digitale Verbreitung außerhalb von Amazon. Viele Autor:innen schließen die Rezensionsphase vor der Einschreibung ab, verschicken gedruckte Exemplare oder nur Leseproben. Lies die aktuellen Bedingungen bei KDP.
Blogger- und Presse-Anfragen mit Vorlagen und Gast-Expertinnen
Im Kurs „Buchmarketing Magie“ lernst du von Buchbloggerin Monika Schulze, welche Anfragen sie gern beantwortet, von Lara Riedel, wie Bloggerteams arbeiten, und von Rowena Hinzmann, wie Presse funktioniert. Dazu Vorlagen und ARC-Tracker in der Begleit-App, ein KI-Helfer für Anfragen, der Launch-Kompass mit sieben Phasen, Live-Sprechstunden und ein Zertifikat.
Weiterlesen
- Wie bekomme ich Rezensionen für mein Buch? 9 faire Wege
- Buch-Launch planen: Dein Zeitplan von 6 Monaten vorher bis Tag 90
- Lesung organisieren: In 9 Schritten von der Anfrage bis zum Büchertisch
- Buchmarketing: der komplette Leitfaden in 7 Phasen
Quellen
- KDP-Hilfe: Kundenrezensionen (Exemplare, keine Gegenleistung)
- LovelyBooks: FAQ für Autor*innen
- NetGalley: Über die Plattform
- § 5a UWG (Kennzeichnung kommerzieller Kommunikation)
- KDP Select: Exklusivität
Hinweis: Rechtliche Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Stand Oktober 2026.
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