„Ich schreibe mich frei“ – wie Journaling dein Schreiben und Leben verändert
Manche Methoden verändern nicht nur, wie wir schreiben, sondern auch, wer wir beim Schreiben sind. Eine dieser Methoden ist Journaling. Dieser Blogbeitrag fasst die Gedanken von Eva Maria Nielsen und Petra Dehler zusammen, die im Rahmen des Bookerfly Umsetzungskongresses ein Interview über das Thema Journaling geführt haben.
Was Petra erzählt, ist mehr als ein Erfahrungsbericht, es ist eine Einladung. Eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen, Blockaden zu lösen und deine Figuren so lebendig werden zu lassen, dass du mit ihnen Tee trinken willst.
„Ich schreibe immer dann, wenn etwas raus muss. Und ich habe gelernt: Schreiben kann heilen.“ – Petra
Was ist Journaling und warum ist es mehr als Tagebuchschreiben?
Petra beschreibt ihren Einstieg ins Journaling nicht als bewusste Entscheidung, sondern als Rettungsanker. Nach einer tiefen persönlichen Krise begann sie, Emotionen aufzuschreiben: roh, ehrlich, intuitiv.
„Ich wusste gar nicht, dass das Journaling heißt. Ich wusste nur: Es muss raus.“
Anders als beim klassischen Tagebuch geht es beim Journaling nicht um das Festhalten von Fakten, sondern um Reflexion, Selbstwahrnehmung und emotionale Verarbeitung. Und: Journaling ist völlig frei – keine Regeln, keine Bewertung.
Wie hilft Journaling beim kreativen Schreiben?
Petra hat über die Jahre erkannt, wie wertvoll Journaling auch für den Schreibprozess selbst ist, insbesondere durch den „Schreib dich frei“-Kurs im Bookerfly Club.
„Ich wäre nie auf die Idee gekommen, Journaling für meine Protagonistin zu nutzen. Aber das war ein Gamechanger.“
Petra kombiniert Plotten mit emotionaler Tiefe:
- Nach jeder Szenenplanung schreibt sie einen Journaling-Eintrag aus Sicht ihrer Figur.
- Sie lässt ihre Protagonistin auf die Szene reagieren – wie in einem Tagebuch.
- Dadurch wird die Figur greifbarer, die Emotionen echter, die Geschichte tiefer.
Und das Ergebnis? Struktur trifft Seele.
So startest du mit Journaling: privat & fürs Schreiben
1. Mach’s dir leicht
Du brauchst kein hübsches Notizbuch oder 30 Minuten am Stück. Ein einfacher Zettel, ein Stift, 5 Minuten, das reicht.
2. Schreib, wenn etwas raus will
Journaling ist nicht nur Routine. Wenn der Druck steigt, wenn Emotionen da sind, dann ist Papier oft der beste Zuhörer.
3. Nutze es für deine Figuren
Schreib aus der Perspektive deiner Figur:
- Wie hat sie die Szene erlebt?
- Was denkt oder fühlt sie gerade?
- Welche alten Glaubenssätze treiben sie?
„Ich stelle mir meine Figur immer in der gleichen Kleidung vor. Das hilft mir, schneller in ihre Welt einzutauchen.“ – Petra
4. Erlaube dir, ehrlich zu sein
Dein Journal ist nur für dich. Kein Zensor, kein Lektor, kein Leser. Du darfst wütend, traurig, verwirrt, euphorisch sein, ohne Erklärung.
Journaling = Selbstfürsorge auf Papier
Petra sagt es ganz klar: Journaling ist für sie auch Therapie.
In schwierigen Situationen, bei beruflichem Stress, bei innerer Unruhe – das Schreiben bringt Klarheit, Trost, Erkenntnis.
„Ich kann durch Schreiben wieder atmen. Der Druck im Kehlkopf geht weg, wenn ich Worte finde.“
Ob als Morgenseiten, abendliche Reflexion oder emotionaler Notausgang – Journaling ist immer da, wenn du es brauchst.
Bonus-Tipp: Schreib dir selbst einen Brief
Ein Highlight aus dem Interview: Petra schreibt sich jedes Jahr zu Weihnachten selbst einen Brief – mit Rückblick, Dankbarkeit, neuen Wünschen. Den legt sie unter den Weihnachtsbaum.
„Niemand kann mich besser verstehen als ich selbst. Also schreibe ich mir, was ich hören muss.“
Journaling ist kein Trend, es ist ein Werkzeug fürs Leben
Journaling kann dein kreatives Schreiben bereichern. Es kann helfen, Blockaden zu lösen, deine Figuren zu vertiefen, deine Emotionen zu sortieren und deine Ziele klarer zu sehen.
Wenn du dich weiterentwickeln willst – als Mensch und als Autor:in – dann fang an. Dein erster Satz kann alles verändern.
„Schreib dich frei und entdecke, was wirklich in dir steckt.“
Du willst tiefer einsteigen? Dann schau dir diesen Kurs an: Schreib dich frei – Journaling Kurs.
Falls du lernen möchtest, wie dich KI beim Schreiben unterstützen kann, dann schau dir diese an: Hier geht’s zur KI-Schreibschule von Janet Zentel und Juri Pavlovic

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