Krimi oder Thriller? Der feine Unterschied und was das für dein Buch bedeutet

Du willst Spannung schreiben, aber fragst dich: Ist das jetzt ein Krimi oder ein Thriller? Du bist nicht allein. Viele Auto:rinnen stolpern genau hier. Dabei kann es entscheidend sein für Stil, Aufbau und Leserinnenbindung.

 

Krimi und Thriller: Zwei Seiten der Spannungsliteratur

Beide Genres gehören zur Spannung. Beide fesseln Leser:innen. Aber sie funktionieren anders in Dramaturgie, Figuren und Wirkung.

„Krimis rätseln, Thriller jagen.“

1. Die Ausgangssituation

  • Krimi: Das Verbrechen ist meist schon passiert. Ein Mord, ein Diebstahl, die Leiche liegt, die Ermittler kommen.
  • Thriller: Die Bedrohung entwickelt sich während der Geschichte. Oft ist das Verbrechen noch im Gange oder steht kurz bevor.

2. Die Hauptfigur

  • Krimi: Ermittler:in, oft professionell, Kommissar, Detektiv, Rechtsmedizinerin.
  • Thriller: Eine normale Figur, Ärztin, Vater, Studentin, die in Gefahr gerät. Die Nähe zum Alltag macht’s intensiv.

3. Spannungskurve & Erzählstil

  • Krimi: Rätsel, Logik, Puzzlestücke. Der Fokus liegt auf dem Wer war’s? und Warum? Wie im klassischen Whodunit.
  • Thriller: Adrenalin, Gefahr, Tempo. Die Figur ist direkt bedroht, körperlich, seelisch oder beides.

„Im Thriller könnte es dir passieren. Im Krimi eher jemand anderem.“

4. Gefahr & Gewalt

  • Krimi: Die Gewalt ist meist vorbei, die Details oft dezent oder nur angedeutet.
  • Thriller: Es geht oft zur Sache, psychisch oder physisch. Das Grauen ist aktiv, gegenwärtig, unmittelbar.

Aber: Thriller müssen nicht blutig sein! Auch psychischer Druck kann extrem wirken: siehe Psychothriller.

5. Emotionaler Nachhall

  • Krimi: Unterhaltung mit Intellekt, oft abgeschlossen, manchmal Serienformat mit Ermittlerteam.
  • Thriller: Emotionaler Tiefgang. Fragen nach Moral, Trauma, Überleben. Man denkt oft noch nach dem Lesen darüber nach.

6. Ende & Gerechtigkeit

  • Krimi: Der Täter wird meist gefasst. Gerechtigkeit siegt. Klarer Abschluss.
  • Thriller: Vielschichtiger. Der:die Täter:in kann entkommen, das Opfer scheitern oder es gibt eine bittere Form der Gerechtigkeit.

„Ein guter Thriller bohrt sich unter die Haut. Ein guter Krimi fordert deinen Verstand.“

Kenne dein Genre – und nutze seine Stärken

Krimi und Thriller haben beide ihre Berechtigung. Wichtig ist: Entscheide dich bewusst. Nicht nur für dich, sondern auch für deine Leser:innen, dein Cover, deinen Pitch, deinen Klappentext.

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