Neuer Name, neues Image: Was ein Pseudonym für dein Buch bewirken kann

Solltest du dein Buch unter deinem echten Namen veröffentlichen oder lieber ein Pseudonym wählen?

Diese Frage stellen sich viele Autorinnen und Autoren spätestens dann, wenn das erste Manuskript Richtung Veröffentlichung geht. Der eigene Name fühlt sich persönlich an. Sichtbar. Manchmal auch verletzlich. Ein Pseudonym dagegen kann schützen, neugierig machen oder ein bestimmtes Genregefühl erzeugen.

Im Bookerfly Umsetzungskongress sprach Jennifer B. Wind mit Christian Schleifer, der auch unter dem Pseudonym René Laffite schreibt, darüber, wie aus seiner Paris-Liebe ein französisches Autoren-Ich wurde. Und genau daran sieht man: Ein Pseudonym ist nicht nur ein Name. Es kann Teil deiner ganzen Autorenmarke sein.

„Ein gutes Pseudonym versteckt dich nicht nur. Es erzählt schon vor dem ersten Satz etwas über dein Buch.“

Warum ein Pseudonym mehr ist als ein falscher Name

Viele denken bei Pseudonymen zuerst an Geheimhaltung. Natürlich kann das ein Grund sein. Manche möchten Berufliches und Privates trennen. Andere schreiben in Genres, die sie nicht mit ihrem bürgerlichen Namen verbinden möchten. Aber oft geht es um etwas anderes: Stimmung.

Bei René Laffite war das Pseudonym eng mit Paris verbunden. Die Bücher spielen in Frankreich, tragen französisches Flair und sollen schon auf den ersten Blick ein bestimmtes Gefühl auslösen. Ein französisch klingender Name passt dann zur Verpackung, zum Genre, zur Erwartung der Leser.

Das ist Marketing, ja. Aber nicht künstlich, wenn es gut gemacht ist. Denn das Pseudonym sollte zum Buch, zur Geschichte und zu dir passen.

Wann ein Pseudonym sinnvoll sein kann

Ein Pseudonym kann besonders dann sinnvoll sein, wenn du in einem neuen Genre schreibst. Vielleicht hast du bisher Regionalkrimis veröffentlicht und möchtest nun historische Romane, Romance oder Thriller schreiben. Ein neuer Name hilft, Erwartungen klarer zu steuern.

Auch bei Büchern mit starkem Schauplatzbezug kann ein Pseudonym funktionieren. Wenn dein Roman in Paris, der Bretagne oder der Provence spielt, kann ein französisch klingender Name das Gesamtbild unterstützen.

Ein weiterer Grund: Du möchtest unterschiedliche Zielgruppen nicht verwirren. Wer Kinderbücher, Erotik, Krimis und Sachbücher unter einem Namen veröffentlicht, kann es Lesern schwer machen. Ein Pseudonym schafft Ordnung.

„Ein Pseudonym ist dann stark, wenn es dem Leser Orientierung gibt – nicht, wenn es nur geheimnisvoll klingt.“

Wie du einen passenden Autorennamen findest

Ein guter Autorenname sollte nicht beliebig wirken. Christian Schleifer wählte René Laffite nicht zufällig. Der Name enthält eine persönliche Verbindung zu seiner beruflichen Vergangenheit als Sportjournalist: Er kombinierte Namen französischer Formel-1-Piloten.

Das ist ein schöner Ansatz. Dein Pseudonym darf eine Geschichte haben. Es darf etwas mit dir zu tun haben, auch wenn Leser das nicht sofort erkennen.

Achte bei der Namenswahl auf diese Punkte:

  • Der Name sollte zum Genre passen.
  • Er sollte gut aussprechbar sein.
  • Er sollte nicht zu nah an bekannten Autorennamen liegen.
  • Er sollte online auffindbar sein.
  • Er sollte sich auf Buchcovern gut anfühlen.

Und ganz wichtig: Prüfe vorher, ob der Name bereits genutzt wird.

Das Pseudonym als Image

Ein Pseudonym endet nicht beim Buchcover. Es beeinflusst auch Fotos, Website, Social Media, Lesungen und Pressearbeit.

Bei René Laffite gehört zum Auftritt ein anderes Bild als bei Christian Schleifer. Eleganter, französischer, etwas gehobener. Die Fotos entstehen passend zu den Büchern: in Bäckereien, an besonderen Orten, in Locations mit Paris-Atmosphäre.

Das zeigt: Wenn du ein Pseudonym nutzt, denk nicht nur an den Namen. Denk an das Gesamtbild.

  • Welche Kleidung passt?
  • Welche Farben?
  • Welche Sprache?
  • Welche Fotos?
  • Welche Stimmung?

Dein Pseudonym wird zur Bühne. Und du entscheidest, wie du darauf auftrittst.

Muss ein Pseudonym geheim bleiben?

Nicht unbedingt. Es gibt offene Pseudonyme, bei denen klar kommuniziert wird, wer dahintersteht. Genau so ist es bei Christian Schleifer und René Laffite. Der echte Name steht im Umfeld der Bücher, auf der Website oder in Pressetexten. Das kann sehr praktisch sein. Veranstalter finden dich leichter. Leser fühlen sich nicht getäuscht. Und du kannst trotzdem mit zwei Marken arbeiten.

Ein geheimes Pseudonym ist eher dann sinnvoll, wenn du wirklich anonym bleiben möchtest. Das ist aber deutlich schwieriger durchzuhalten, gerade bei Lesungen, Social Media und Pressearbeit.

Pseudonym ja oder nein?

Ein Pseudonym ist keine Pflicht. Viele Autorinnen und Autoren schreiben erfolgreich unter ihrem echten Namen, auch in verschiedenen Genres. Aber ein Pseudonym kann sinnvoll sein, wenn es deinem Buch mehr Klarheit gibt. Wenn es zum Genre passt. Wenn es eine neue Reihe besser positioniert. Oder wenn du bewusst eine andere Autorenmarke aufbauen möchtest.

Die wichtigste Frage lautet nicht: Klingt der Name schön?

Sondern: Hilft dieser Name dem Leser, mein Buch richtig einzuordnen?

Wenn ja, kann ein Pseudonym ein starkes Werkzeug sein.

„Der beste Autorenname ist der, der nicht nur zu dir passt, sondern auch zur Erwartung deiner Leser.“

Ein Pseudonym ist keine Maske, es ist ein Versprechen an die richtige Leserschaft.

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