Vom ersten Geisterbuch zur Bestsellerautorin: Die inspirierende Geschichte von Gabriele Hasmann

Manchmal beginnt eine Autorenkarriere nicht mit einem ausgefeilten Businessplan, einer jahrelangen Strategie oder einem perfekt vorbereiteten Manuskript. Manchmal beginnt sie mit einem einfachen Satz:

„Wir müssen ein Buch schreiben.“

Genau so startete die Reise von Gabriele Hasmann. Heute hat die österreichische Autorin mehr als 50 Bücher veröffentlicht und zählt zu den bekanntesten Autorinnen ihres Genres. Im Interview beim Bookerfly Umsetzungskongress 25 sprach sie mit Jennifer B. Wind über ihre Anfänge, ihre Leidenschaft für Geschichte, ihre Liebe zu Wien und darüber, warum Mut oft wichtiger ist als Perfektion.


Wer ist Gabriele Hasmann?

Gabriele Hasmann gehört zu den vielseitigsten Autorinnen Österreichs. Über die Jahre hat sie zahlreiche Bücher veröffentlicht: von Geistergeschichten über historische Themen bis hin zu Sachbüchern und Gemeinschaftsprojekten. Dabei hat sie sich nie auf ein einziges Genre beschränkt. Während viele Autoren versuchen, eine feste Nische zu besetzen, folgt sie vor allem ihrer Neugier.

„Wer viele Ideen hat, sollte sich nicht künstlich begrenzen.“

Diese Offenheit hat ihr ermöglicht, immer wieder neue Themen zu entdecken und ihre Leserschaft zu überraschen.


Wie alles begann: Das erste Buchprojekt

Die Geschichte ihres ersten Buches ist fast schon filmreif. Ein Freund kam auf sie zu und stellte fest, dass es zwar Geisterbücher über viele Städte gab, aber keines über Wien. Gemeinsam beschlossen sie, diese Lücke zu schließen. Was heute nach einer klaren Entscheidung klingt, war damals eher ein Abenteuer. Während die anderen recherchierten, bekam Gabriele die Aufgabe, einen Verlag zu finden.

Und genau hier passierte etwas, das vielen angehenden Autoren Mut machen sollte. Sie schrieb einfach den Verlag Überreuter an.

  • Ohne großes Vorwissen.
  • Ohne perfekte Vorbereitung.
  • Ohne jahrelange Erfahrung.

Sie stellte sich vor und erklärte die Buchidee. Kurz darauf erhielt sie eine Antwort und die Bitte um ein Exposé.

Das Problem: Sie wusste damals noch nicht einmal genau, was ein Exposé überhaupt ist.

Trotzdem wurde das Exposé rechtzeitig erstellt und schon am nächsten Tag kam die Einladung zum Verlagsgespräch.


Was angehende Autor:innen daraus lernen können

Viele Autorinnen und Autoren blockieren sich selbst. Sie warten auf den perfekten Moment. Auf das perfekte Manuskript.

Auf die perfekte Gelegenheit. Gabriele Hasmann zeigt, dass Erfolg oft anders funktioniert.

  • Sie hat gehandelt.
  • Sie hat gefragt.
  • Und sie hat sich getraut.

„Der größte Fehler ist oft nicht das Scheitern, sondern das Nichtversuchen.“

Natürlich erhält nicht jeder sofort eine Zusage. Doch jede Anfrage eröffnet eine Möglichkeit. Wer nie fragt, erhält garantiert keine Antwort.


Die Faszination für Wien und seine Geschichten

Ein großer Teil ihrer Bücher spielt in Wien oder beschäftigt sich mit historischen Orten der Stadt. Warum? Weil Wien eine Stadt voller Geschichten ist.

  • Enge Gassen.
  • Historische Gebäude.
  • Versteckte Innenhöfe.
  • Jahrhunderte voller Ereignisse.

Für Gabriele Hasmann ist Wien weit mehr als eine Kulisse. Die Stadt wird selbst zu einer Figur innerhalb ihrer Bücher. Besonders faszinierend findet sie die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart. Denn hinter fast jedem Gebäude verbirgt sich eine Geschichte, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Titelbild: Prämisse entwickeln: So findest du den Kern deiner Geschichte

Das Geheimnis ihrer Geisterbücher

Viele Leser:innen erwarten bei Geisterbüchern gruselige Erscheinungen auf jeder Seite. Doch genau das macht Gabriele Hasmann anders. Die Geister stehen bei ihr gar nicht im Mittelpunkt.

Viel wichtiger ist die Geschichte hinter den Orten. Tatsächlich bestehen ihre Bücher zu einem großen Teil aus historischer Recherche. Die Geistergeschichten sind oft nur ein kleiner Teil des Gesamtwerks.

Das bedeutet:

  • Geschichte zuerst
  • Atmosphäre danach
  • Geister nur dort, wo sie sinnvoll erscheinen

Dieser Ansatz macht ihre Bücher besonders glaubwürdig.


Recherche statt Sensationslust

Ein weiterer wichtiger Punkt ihrer Arbeit ist die sorgfältige Recherche. Wenn sie von Spukgeschichten hört, übernimmt sie diese nicht einfach ungeprüft. Sie sucht nach mehreren Quellen. Sie spricht mit Menschen vor Ort und besucht die Orte persönlich. Erst wenn sich Berichte decken, fließen sie in ihre Bücher ein.

Das zeigt eine wichtige Lektion für alle Autoren: Authentizität entsteht durch Recherche.

Gerade Sachbücher, historische Romane oder True-Crime-Geschichten profitieren enorm von einer gründlichen Vorbereitung.


Ideen finden: Die Orte zuerst, die Geschichten danach

Besonders spannend ist ihre Herangehensweise bei neuen Projekten. Viele Autoren beginnen mit einer Handlung. Gabriele Hasmann beginnt häufig mit einem Ort. Sie sucht historische Plätze, Gebäude oder Schauplätze, die sie faszinieren. Erst danach recherchiert sie, welche Geschichten dort passiert sind.

Dadurch entstehen Bücher mit einer besonderen Atmosphäre. Der Ort wird zum Ausgangspunkt der Erzählung.

„Manchmal wartet die Geschichte schon längst auf dich – du musst nur den richtigen Ort finden.“


Drei Lektionen für Autor:innen von Gabriele Hasmann

  1. Trau dich: Nicht alles muss perfekt sein. Manchmal reicht es, den ersten Schritt zu machen.
  2. Folge deiner Neugier: Die besten Buchideen entstehen oft aus echter Begeisterung.
  3. Recherchiere gründlich: Glaubwürdigkeit macht Geschichten lebendig und nachhaltig.

Die Geschichte von Gabriele Hasmann zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Autor:innen nicht zwangsläufig mit einem perfekten Plan starten. Oft beginnt alles mit einer Idee. Mit Neugier. Mit Mut. Und mit der Bereitschaft, einfach anzufangen.

Über 50 veröffentlichte Bücher später beweist sie, dass Leidenschaft und Beharrlichkeit oft wichtiger sind als perfekte Voraussetzungen. Wer schreibt, sollte sich daher nicht ständig fragen, ob er gut genug ist. Viel wichtiger ist die Frage:

Welche Geschichte möchtest du unbedingt erzählen?

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