Was ist ein Dialog?

Mit Dialog ist die direkte oder wörtliche Rede gemeint. Wenn sich Menschen miteinander unterhalten. Man braucht also einen Gesprächspartner für einen Dialog, sonst ist es ein Monolog (Selbstgespräch).

Dialoge lassen deine Geschichte lebendig werden

Wenn du noch ganz am Schreibanfang deiner Geschichte stehst, hast du dir über Dialoge vermutlich noch keine Gedanken gemacht.

Hier kommen meine 8 ultimativen Tipps:

1. Du musst wissen wie deine Figur spricht!

Um einen lebendigen und authentischen Dialog zu schreiben, musst du zunächst herausfinden, wie deine Figur spricht! Wenn alle sprechen wie du selbst, dann klingen all deine Figuren gleich und langweilig!

  • Wie redet deine Figur? (Sehr einfach, hochgestochen, kultiviert…)?
  • Was sind ihre Lieblingsworte?
  • Woher kommt sie / wie spricht sie?
  • Flucht sie gerne?
  • Lässt sie andere ausreden, oder fällt sie gerne ins Wort?
  • Redet sie viel oder ist sie eher zurückhaltend?

2. Der Charakter deine Figur spiegelt auch ihre Sprache wieder

Durch die Sprache und den Ausdruck den deine Figur verwendet, kann der Leser Rückschlüsse auf die Figur ziehen, ohne das du diese explizit erwähnen muss.

  • Woher stammt deine Figur?
  • In welchen Gesellschaftlichen Kreisen ist sie unterwegs?
  • Ist sie gebildet?

„Alter, beeil dich, man!“
„Könntest du dich bitte etwas beeilen, wir kommen sonst zu spät!“
Gleiche Bedeutung aber die Figur dahinter ist definitiv jeweils eine andere! Die Wortwahl verrät dem Leser viel über deine Figur!

Mach dir das Spiel mit der Sprache in deiner Geschichte zu Nutzen!

3. Authentisch ja, reine Wirklichkeit nein

Zwar sollst du deine Dialoge authentisch gestalten, wenn du dazu jedoch Dialoge aus dem wahren Leben nehmen würdest, würde das keiner lesen wollen. Wir verhaspeln, wiederholen, unterbrechen uns und das wäre sehr anstrengend zu lesen.

Du musst es also schaffen, den Dialog natürlich klingen zu lassen aber ihn trotzdem für den Leser angenehm aufbereiten. Der Leser muss im Lesefluss bleiben.

So kannst du zum Beispiel einzelne Dialektwörter oder ausländische Begriffe einfügen, die du im Zusammenhang für den Leser aber erklärst.

4. Wie schreibt man einen Dialog?

Hier kommt die liebe Zeichensetzung ins Spiel! Ok, jetzt müssen wir einmal zurück in die Schule – zumindest gedanklich. Ich kann dir aber versprechen, wenn du es erstmal verinnerlicht hast, geht es ganz automatisch und du musst im Nachgang viel weniger korrigieren.

Lucas meinte: „Ich glaube, ich habe einen Pickel auf der Nase.“
Julia antwortete: „Zeig mal her!“
Lucas fragte: „Und, ist es schlimm?“

„Da sieht man gar nichts“, erklärte Julia.
(Achtung: Bei einem Aussagesatz enfällt der Punkt innerhalb der wörtlichen Rede.)
„Bist du blind?“, fragte Lucas patzig.
„Stell dich nicht so an!“, polterte Julia.

Lucas meinte: „Ich glaube, ich habe einen Pickel auf der Nase.“
Julia antwortete: „Zeig mal her!“
Lucas fragte: „Und, ist es schlimm?“

„Ich brauche“, jammerte er, „eine Anti-Pickel-Creme.“
„Meinst du“, wollte Julia wissen, „das hilft so schnell?“
„Wenn nicht“, brummte Lucas, „bringe ich mich um!“

Die wörtliche Rede besteht aus der eigentlichen wörtlichen Rede und optional einem Begleitsatz, der wie im ersten Beispielsblock vorangstellt, im zweiten Beispielsblock nachgestellt oder wie im dritten Beispielsblock eingeschoben werden kann. Der Begleitsatz wird auch als Einleitungssatz, Einleitung oder Erklärung bezeichnet. (Quelle wörtlicherede.de)

5. Subtext für bessere Dialoge

Mit Subtext ist das gemeint, was zwischen den Zeilen steht, aber nicht ausgesprochen wird. Es ist eine tolle Möglichkeit zu manipulieren oder Missverständnisse und Konflikte herbeizuführen.

Wer einen Witz erzählt, arbeitet ganz automatisch mit Subtext. Denn wer bei einem Witz direkt erzählt, was gemeint ist, verdirbt ihn.

Das ist bei Geschichten genauso. Dialoge, in denen deine Figuren alles erklären, sind langweilig. Thriller arbeiten oft mit Subtext, mit verschlüsselten Hinweisen auf den Täter: Erst gegen Ende wird klar, was schon am Anfang zwischen den Zeilen stand.

Dialoge wirken immer besser, wenn sie einen Subtext haben, wenn nicht alles ausgesprochen wird, sondern wenn du es deinen Lesern überlässt, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Von Antoine de Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“), stammt der Satz: „Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann!“,

Gerade als Schreibanfänger neigt man sehr dazu, alles ausführliche erklären zu wollen. Lege deine Leser nicht zu sehr an deine Leine, sondern lass sie frei und lass ihnen Raum für eigenen Interpretationen.

6. Treibe deine Handlung voran

Kein langweiliger Austausch von Floskeln, sondern überlege wie du mit deinem Dialog wirklich die Handlung vorantreibst! Du musst ein Gefühl dafür entwickeln, wann ein Dialog wirklich sinnvoll ist, und wann du doch besser nur einen kurzen Satz schreibst.

STREICHE DIALOGE, DIE DEINE HANDLUNG NICHT VORANTREIBEN!

7. Dialoge dienen nicht zur Information

Nutze niemals einen Dialog um deine Leser über einen Sachverhalt zu informieren. Das wirkt sofort unnatürlich und reisst den Leser aus dem Lesefluss.

Du willst z.B. erklären, wie eine bestimmte Maschine funktioniert.

Wenn du das jetzt in einen Dialog packst klingt das in etwas so:

Schau mal Marion: „Wenn du hier auf den Knopf drückst, geht die Maschine an.“
„Tatsächlich“, Sebastian.
Wenn es für deine Geschichte wirklich wichtig ist, das der Leser weiss, wie diese Maschine funktioniert, dann verpacke es in einen Konflikt oder eine Handlung.

Geduldig erklärte er Marion Schritt für Schritt wie die Maschine funktionierte. Er wusste, dass sie nichts für ihre sehr eingeschränkte Aufnahmefähigkeit konnte. Trotzdem verlies ihn langsam aber sicher die Geduld.

ANSONSTEN: STREICHEN!

8. Schreibe nicht wer was sagt, sondern zeige was wer macht

Du musst im Dialog nicht immer dazu schreiben, was wer sagt. Deine Leser sind nicht dumm. Wenn du deine Dialoge mit Handlung ausfüllst, merkt der Leser meist selbst wer was sagt:

„Gehen wir heute Abend essen?“, frage Carolin und schlüpfte in ihre Stiefel.
„Ich muss leider länger arbeiten“, antwortete Björn und starrte in seinen Computer.
Carolin zog den Reisverschluss ihrer Stiefel zu:„Wollen wir heute Abend essen gehen?“
„Ich muss heute länger arbeiten.“ Björn starrte in seinen Computer und würdigte sie keines Blickes.
Das waren meine 8 Tipps, die dir dabei helfen, bessere Dialoge zu schreiben.

Mein Tipp an dich: Schau dir deine bisherigen Dialoge nochmal an und überarbeite sie mit den neugewonnen Tipps! Und achte, wenn du zukünftig Bücher liest, mal genau auf die geführten Dialoge! Wenn dir etwas besonders gut gefällt, dann schreib es dir auf!

Ich wünsche Dir viel Freude mit deinen Dialogen

Aloha,

Deine Janet