Personale oder auktoriale Perspektive: Welche passt besser zu deinem Romantasy-Roman?
Wenn du dich gerade mitten im Schreiben deines Romantasy-Romans befindest, kennst du vielleicht diese Frage: Aus welcher Perspektive soll ich erzählen? Die Wahl zwischen personaler und auktorialer Perspektive ist kein rein technisches Detail, sie entscheidet, wie tief deine Leser:innen eintauchen, wie intensiv sie lieben, leiden, hoffen.
Die auktoriale Perspektive: Überblick mit Distanz
Der auktoriale Erzähler – auch als „allwissender Erzähler“ bekannt – ist wie ein Kamerakran über deiner Geschichte. Du kannst überall hinzoomen, Gedanken aller Figuren zeigen, komplexe Zusammenhänge erklären, ganze Welten erschaffen.
Gerade im Romantasy-Genre, wo oft Magie, Geschichte und komplexe Gesellschaftsstrukturen eine Rolle spielen, ist das ein echter Vorteil. Du kannst mit Leichtigkeit Weltenbau und Hintergrundwissen vermitteln, ohne es in Dialoge zu zwängen.
„Der auktoriale Erzähler gibt dir die Macht, alles zu wissen, aber nicht immer alles zu fühlen.“
Aber genau da liegt die Krux: Diese Perspektive schafft schnell Distanz. Leser:innen erleben nicht, wie sich deine Heldin fühlt – sie lesen, dass sie sich fühlt. Es bleibt Beschreibung statt Erfahrung.
Und: Der auktoriale Erzähler verleitet zum „Telling“. Du erklärst, statt zu zeigen. Gerade in romantischen Szenen, bei Herzklopfen, Unsicherheiten, leisen Berührungen, kann das fatal sein. Denn Romantik will erlebt werden, nicht nur verstanden.
Die personale Perspektive: Emotionen hautnah
Ganz anders die personale Perspektive. Hier erleben wir die Welt durch die Augen einer Figur. Wir sehen, hören, fühlen, wie sie. Wir wissen nur, was sie weiß – aber genau das macht es intensiv.
„Ich erlebe über mein großes Organ: die Haut und genau das macht Romantik glaubhaft.“

Ob erste Blicke, prickelnde Nähe oder Missverständnisse, durch die personale Perspektive wird alles unmittelbarer. Gerade im Romantasy-Genre, wo Emotionen eine tragende Rolle spielen, schafft das Nähe und Identifikation.
Zudem fällt es leichter, ins „Showing“ zu kommen. Du musst nicht erklären, dass dein Held nervös ist, du zeigst es, indem er zögert, atmet, denkt, handelt.
Natürlich gibt es auch hier Herausforderungen: Du bist beschränkt auf das Wissen der Figur. Eine Marktfrau kennt nicht die Intrigen im Palast. Und bei mehreren Perspektivfiguren musst du klare Übergänge schaffen, sonst wird’s verwirrend.
Was passt besser zu deinem Romantasy?
Beide Perspektiven haben ihre Stärken und ihre Schwächen. Entscheidend ist, was du erzählen willst:
- Willst du Nähe, Gefühl, Spannung zwischen den Figuren? → Wähle die personale Perspektive.
- Willst du große Welten, politische Intrigen, komplexe Systeme? → Der auktoriale Erzähler kann dir helfen.
„Zeig mir, wie dein Herz schlägt oder erklär mir, warum es schlägt. Beides ist erlaubt, aber nicht gleichzeitig.“
Tipp: Schreib eine Szene aus beiden Perspektiven. Spür, was besser funktioniert. Und: Erlaub dir, verschiedene Figuren mit personaler Perspektive erzählen zu lassen, so bekommst du auch Mehrschichtigkeit und Spannung.
Die personale Perspektive bringt dich näher an deine Figuren und an deine Leser:innen. Sie lässt Gefühle spürbar werden, macht Romantik echt. Der auktoriale Erzähler hilft dir dagegen, größere Bögen zu schlagen, komplexe Welten zu erklären.
Gerade im Romantasy empfehlen wir: Setz auf Nähe. Setz auf Gefühl. Setz auf die personale Perspektive.
„Romantik entsteht nicht durch Erklärung, sondern durch Erleben.“
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