Vom Scheitern zum Erfolg: Was Schreibende wirklich wachsen lässt
Es gibt diese Momente beim Schreiben, die sich anfühlen wie eine Wand. Du gibst alles. Schreibst, planst, überarbeitest, hoffst. Und trotzdem funktioniert nichts. Das Manuskript wird abgelehnt. Die Geschichte zündet nicht. Die Rezensionen tun weh. Oder du zweifelst plötzlich an allem, was du geschrieben hast.
Und genau darüber hat Jennifer B. Wind mit Alexander Krützfeld beim Bookerfly Umsetzungskongress 25 gesprochen. Über ein Thema, über das gerade im deutschsprachigen Raum kaum jemand offen redet: Scheitern.
Das Spannende daran? Fast jede:r erfolgreiche Autor:in kennt dieses Gefühl. Nur die wenigsten sprechen laut darüber.
„Ohne Scheitern gibt es keine Entwicklung. Erfolg ist meistens nur die Spitze eines Berges aus Fehlversuchen.“
Warum Scheitern beim Schreiben dazugehört
Wir leben in einer Welt, in der oft nur die Erfolge sichtbar sind. Bestsellerlisten. Verlagsverträge. Auszeichnungen. Social Media zeigt glänzende Buchcover und Erfolgsmeldungen. Was man nicht sieht, sind die unzähligen gescheiterten Versionen davor.
- Die verworfenen Manuskripte.
- Die Absagen.
- Die Bücher, die niemand lesen wollte.
- Die Nächte voller Zweifel.
Im Podcast wird genau das offen angesprochen: Viele erfolgreiche Autorinnen und Autoren haben vorher mehrere Bücher geschrieben, die nie erfolgreich wurden. Manche wurden verrissen. Andere ignoriert. Und trotzdem haben sie weitergemacht.
Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis überhaupt: Erfolg entsteht selten gradlinig.
Die deutsche Angst vor Fehlern
Besonders im deutschsprachigen Raum ist Scheitern oft negativ besetzt. Schon in der Schule lernen viele: Fehler sind schlecht. Eine schlechte Note bekommt mehr Aufmerksamkeit als fünf gute. Dieses Denken tragen viele später ins Schreiben hinein.
Dann entsteht dieser gefährliche Druck:
- Das erste Buch muss perfekt sein.
- Das erste Kapitel muss sofort Verlage überzeugen.
- Die erste Veröffentlichung muss erfolgreich werden.
Aber genau dieser Anspruch blockiert oft Kreativität. Denn Schreiben funktioniert nicht wie eine mathematische Formel. Schreiben ist Entwicklung. Ausprobieren. Verwerfen. Lernen.
„Von zehn Versuchen führt vielleicht einer wirklich ins Ziel.“
Warum Rückschläge dich stärker machen können
Der Interviewgast Alexander Krützfeld erzählt sehr offen von persönlichen Krisen, finanziellen Problemen, Zweifeln und Niederlagen. Gerade dadurch wird deutlich: Menschen wachsen oft nicht an Erfolgen, sondern an Herausforderungen.
Das gilt auch fürs Schreiben.
- Ein verrissenes Manuskript kann dich genauer hinschauen lassen.
- Eine schlechte Rezension kann dich stilistisch schärfen.
- Ein gescheiterter Plot zeigt dir, was noch fehlt.
Natürlich tut das weh. Niemand scheitert gerne. Aber genau dort entsteht oft echte Entwicklung.
„Man wächst selten an Lob. Aber unglaublich oft an Herausforderungen.“
Schreiben heißt auch: sichtbar scheitern
Vielleicht ist das der unangenehmste Teil am Schreiben. Bücher entstehen nicht im Geheimen. Sobald du veröffentlichst, machst du dich angreifbar. Menschen bewerten deine Worte. Deine Ideen. Deinen Stil. Deine Figuren. Und manchmal trifft Kritik mitten ins Herz.
Aber genau das bedeutet auch Mut. Denn viele Menschen schreiben nie das Buch, das sie eigentlich schreiben wollten — aus Angst, es könnte nicht gut genug sein.
„Es ist besser, ein schlechtes Buch zu schreiben als nie eines geschrieben zu haben.“
Denn jedes Buch bringt dich weiter. Jedes Manuskript macht dich besser.
Wie du nach Rückschlägen weiterschreiben kannst
Wenn du gerade an einem Punkt bist, an dem du am liebsten alles hinschmeißen würdest, dann helfen oft keine großen Motivationssprüche. Sondern kleine konkrete Schritte.
1. Trenne dein Selbstwertgefühl vom Manuskript
Ein abgelehntes Buch bedeutet nicht, dass du gescheitert bist. Es bedeutet nur, dass dieses Projekt gerade nicht funktioniert hat.
Das ist ein Unterschied.
2. Schau auf den Lerngewinn
Frag dich nicht nur: Warum hat das nicht geklappt?
Frag dich: Was habe ich dadurch gelernt?
Oft liegt genau dort der nächste Entwicklungsschritt.
3. Schreib trotzdem weiter
Viele Autor:innen warten darauf, dass sie sich wieder sicher fühlen. Aber Sicherheit entsteht oft erst durchs Schreiben selbst. Nicht vorher.
4. Erlaube dir schlechte erste Versionen
Der erste Entwurf muss nicht brillant sein. Er muss existieren.
Überarbeitung macht Bücher stark.
5. Vergleiche dich nicht mit glänzenden Erfolgsbildern
Du siehst bei anderen fast nie die Jahre voller Fehlversuche davor. Du siehst meistens nur das Ergebnis.
Warum Ehrlichkeit Leser berührt
Das Interview zeigt noch etwas anderes: Menschen fühlen sich von Ehrlichkeit angezogen. Gerade weil so viele immer nur Erfolg zeigen. Wer offen über Zweifel, Fehler und Rückschläge spricht, wirkt nahbar. Echt. Menschlich.
Und genau das macht auch gutes Schreiben aus. Perfekte Figuren langweilen oft. Figuren mit Brüchen bleiben hängen. Dasselbe gilt für Autorinnen.
Scheitern ist oft nur ein Zwischenschritt
Vielleicht brauchst du diesen einen Rückschlag gerade nicht gegen dich zu verwenden, sondern für dich.
Vielleicht ist das Manuskript, das heute noch nicht funktioniert, genau der Schritt, der dich zu deinem wirklich guten Buch führt.
Und vielleicht ist Schreiben am Ende genau das:
- Immer wieder aufstehen.
- Immer wieder lernen.
- Immer wieder weiterschreiben.
„Der größte Fehler ist nicht das Scheitern. Der größte Fehler ist, gar nicht erst anzufangen.“
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